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Thema: Bayonet-Knife, M7 - ONTARIO - 1988-2011

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    Standard Bayonet-Knife, M7 - ONTARIO - 1988-2011

    Modell: US Bayonet-Knife M7 (NSN 1005-00-017-9701) in M10 Bayonet-Knife Scabbard

    Gesamtlänge: 300 mm
    Klingenlänge: 171 mm
    Klingenbreite: 22 mm
    Klingendicke: 5 mm
    Laufringinnendurchmesser: 22 mm

    Hersteller: ONTARIO = Ontario Knife Company (OKC), Frankville, New York
    Hersteller Scheide: US M10 - Contractor And Government Entity (CAGE)-Code: 2V376 = Ontario Knife Company (OKC), Frankville, New York

    Herstellungsjahr: Ontario, 1988 - 2011

    Waffe: AR-15, Rifle M16-Familie, M4A1 Carabine, Steyer AUG, IMI Galil, Mossberg 500 + 590 und Remington 870 Shotguns.

    Bestemplung: US M7 und GEN CUT auf der Unterseite des Parierstücks.
    Bestemplung Scheide:
    M10
    ASSY (Assambly) 8448476 = Baugruppen-Nummer
    MFG (Manufacturer) 2V376 = CAGE (Contractor and Government Entity)-Code der Ontario Knife Company (OKC), Frankville, New York


    Beschreibung:

    Angel und Klinge aus einem Stück. Aufgeklammertes Parierstück mit vollem Mündungsring.
    Handgriff mit zwei schwarzen Kunststoffgriffschalen belegt und zweifach verschraubt. Angel ohne Durchbrüche und Löchern für die Schrauben.
    Schrauben mit Unterlegscheiben. Gegengewinde in die gegenüberliegende Griffschale eingelassen.
    Aufgenieteter Griffkopf mit T-förmiger Nut, zwei Haltebacken, Feder und zwei Haltestiften.
    Die Metallteile sind phosphatiert ( parkerized )
    Auf der Unterseite des Parierstücks befindet sich neben dem Hersteller die Modellbezeichnung.

    Das M7 ist in der M10 Kunststoffscheide versorgt.
    Das Mundstück mit Halteklemmen ist aufgeklammert.
    Der untere Abschluss hat eine Öffnung.
    Trageteil mit eingenähtem Haken für die US-Koppel sowie angenähtem Sicherungsriemen.
    Der Druckknof des Halteriemens trägt das Herstellerkürzel 'DOT' für
    United-Carr Co./Scovill.



    Zu diesem Hersteller:

    ONTARIO stelle 1989 bis 2011 immer mal wieder das M7 für die US-Streitkräfte her. Es gibt verschiedene Verträge. Dieser Hersteller lieferte auch die M10 Scheide dazu. Die Stücke sind komplett mit einer dunklen Zink-Phosphat-Schicht überzogen. Auch typisch für diesen Hersteller ist der Hammer-Abdruck ("Peen") auf dem Griffkopf. Der Anschliff zur Fehlschärfe hin verläuft bei diesem Hersteller in einem 90°-Grad Winkel. Bei den ONTARIO-Stücken findet man zwei Varianten der Stemplung auf der Unterseite der Parierstange sowie eine Prägevariante auf der Scheide.



    Geschichtliches:

    Das M7 ist eine Weiterentwicklung des M4 und wurde zur schnellen Produktion von großen Mengen ausgelegt.

    Das als Bayonet-Knife M7 angenomme Bajonett wurde ursprünglich von der Firma Colt's Manufacturing LLC, Hartford, Connecticut zunächst für das Armalite M15 entwickelt, welches Colt in Lizenz herstellte. Die erste Ausführung hatte einen gerippten grünen bzw. grün lackierten einteiligen Handgriff aus grünen bzw. braunen Kunststoff. Von dieser Ausführung wurden 1961 bis 1962 ca. 20.000 Stück hergestellt. Colt produzierte nie selbst Bajonette sondern gab diese Aufträge an Vertragsnehmer ab. Aufgrund der unterschiedlichen Bestemplung und Ausführung der Klinge kann man von min. drei Herstellern dieses Typs ausgehen, von denen nur "Universal Industries of West Haven" bekannt ist. Die Klingen sind "Colt's PT FA MFG. Co. HARTFORD, CT USA", "Colt's-62316 Hartford, Conn. USA ARMALITE Patents Pending" um ein Pferd im Kreis oder "Colt's 62316 Hartford, Conn. USA" neben einem Pferd im Kreis gestempelt.

    Da man bereits mit dem Bayonet-Knife M4 zweiteilge schwarze Kunststoffgriffschalen verwendete wurde von Colt das M7 überarbeitet. Dieses, als "New Model", bezeichnete M7 besaß nun diese zweiteiligen verschraubten Griffschalen. Zur Produktion dieses Bajonetts wurden Verträge mit MILPAR (Columbus and Milpar and Manufacturing Company, Columbus, Ohio) und IMPERIAL (Imperial Knife Company, Providence, Rhode Island) abgeschlossen. Bei Stücken von IMPERIAL findet sich außer "USM7" keine weitere Bestemplung auf dem Parierstück. Die Scheiden aus dieser Produktion weißen einige Unterschiede zu den regulären M8A1. So besitzt auch das Mundblech keinen Herstellerstempel, der Scheidenkörper besteht aus rauem Kunststoff und es existiert kein äußeres Ortblech. Die Produktion von MILPAR ist auf dem Parierstück neben "USM7" auch mit dem Hersteller gestempelt. Bei den Scheiden dieser Produktion handelt es sich reguläre M8A1 Scheiden. Beide Herstellervarianten haben auf der Klinge den Schriftzug "Colt's 62316 Hartford, Conn. USA" neben einem Pferd im Kreis stehen. Bei 62316 handelt es sich um die Artikelnummer der Firma Colt. Die Produktionszahlen der MILPAR Produktion sind unbekannt. IMPERIAL soll zwischen 1963 und 1964 ca. 30.000 Stück für Colt gefertigt haben.

    Bei zumindest der IMPERIAL-Produktion handelt es sich um keinen staatlichen Kontrakt. Diese Bajonette wurden von Colt für den Verkauf des M16A1 auf dem Waffenmarkt geordert.
    Diese Bajonette wurden also zusammen mit den Waffen verkauft bzw. geliefert. Als die US-Regierung bei Colt M16A1 ankaufte wurden derartige Bajonette mitgeliefert.
    Es stellt sich die Frage ob die mit COLT/MILPAR gestempelten M7 aus der Anfangsphase der MILPAR-Produktion von 1964 sind. In der Anfangsphase soll MILPAR aufgrund neuer Fertigungsmethoden Probleme mit der Herstellung entsprechend hoher Stückzahlen gehabt haben.

    Nach der Einführung des Rifle M16 im Jahr 1964 und der Verschärfung Konflikt in Vietnam wurden von Seiten der US-Regierung größere Mengen dieses Bajonetts benötigt. Aus diesem Grund gingen staatliche Aufträge, ohne Bezüge zu Colt, an folgende 5 Firmen: Columbus and Milpar and Manufacturing Company, Columbus, Ohio (MILPAR, 1964-1967, ca. 650.000 Stück), Frazier Manufactuing Company, Lexinton, Michigan (FZR, ca. 40.000 Stück, 1971-1973), Conetta Manufacturing Company, Stamford Connecticut (CONETTA, ca. 310.000, 1966-196, Imperial Knife Company, Providence, Rhode Island (IMPERIAL, ca. 360.000 Stück, 1973) und Bauer Ordnance Corporation, Stamford, Connecticut (BOC, ca. 1.800.000 Stück). Insgesamt wurden bis zum Ende des Vietnam-Konfliktes ca. 3.000.000. Stück hergestellt.

    Zwischen 1976 und 1985 bekam IMPERAL den Auftrag weitere ca. 256.000 Stück zu liefern.

    1985 und 1989 viel der staatliche Auftrag General Cutlery Company, Fremont, Ohio (GEN CUT) zu, welche ca. 127.000 Stück produziert haben soll.

    Ab 1985 wurde die Kunststoffscheide M10 produziert, dessen Entwurf bereits ab 1970 vorlag. Es handel sich hierbei um eine sehr einfach herzustellende Scheide.
    Diese wurde bisher von ONTARIO, IMPERIAL, GEN CUT und hergestellt.

    Von 1988 bis 1989 stelle die Ontario Knife Company, (ONTARIO) ca. 58.000 Stück mit M10 Scheiden her.

    1998 viel der staatliche Auftrag über nur 1.300 Bajonette und 10.700 M10-Scheiden an Lan-Cay. Da eine Eigenproduktion aufgrund der geringen Stückzahlen unlukrativ war wurde der Auftrag an den Unterauftragnehmer GEN CUT vergeben, welcher das entsprechende Know-How besaß.

    Zwischen 2003 und 2011 stellte ONTARIO nochmals ca. 36.000 M7 Bajonette und M10-Scheiden im Auftrag der US-Regierung her.

    Ingesammt wurden über 4.000.000 M7 Bajonette produziert.

    Von 1975 bis 1976 produzierte Carl Eickhorn Waffenfabrik AG, Solingen unter Lizenz von Colt M7 Bajonette für den kommerziellen Markt. Diese sind auf der Klinge "Colt's 62316 Hartford, Conn. USA Made in W-Germay" neben einem Pferd im Kreis zw. "Solingen W-Germany" auf dem Parierstück. Die Scheide dazu ist USM8A1 Made in W-Germany gestempelt.


    Scheiden:

    Das M7 wurde und wird in den Scheiden M8A1 sowie M10 versorgt. Es befinden sich auch mit M8 gestempelte Scheiden darunter, welche jedoch zu M8A1 abgeändert wurden bzw. direkt so hergestellt aber noch mit älterem Mundblech versehen sind.


    Klingenschliff und Angel:

    Bei der Art des Anschliffs beim Übergang von der Fehlschärfe zur Schneide gibt es vier Versionen.
    Die ab 1964 im Aufrag der US-Regierung für die Streitkräfte hergestellten M7 weißen alle einen fast 90-Grad Anschliff der Scheide an der Fehlschärfe auf.
    Eine Ausnahme bildet hier MILPAR, welche diese Anschliff auch mit einer leichten Rundung herstellte.
    Nach 1974 konnten dann auch Klingen mit einer länger auslaufenden Rundung hergestellt werden.
    Es ist aber festzustellen, dass auch in der Folgezeit Hersteller bei staatlichen Aufträgen den 90°-Anschliff herstellten.
    Aus diesem Grund gibt es bei späten Stücken kaum noch Möglichkeiten bzw. ist es schwer zwischen einem staatlichen Auftrag oder einem sonstigem Verkauf zu unterscheiden.

    Bei früher M7 Produktion für das US-Militär wurden in der Angel aus Gründen der Gewichtsersparnis Ausfräsungen vorgenommen. Diese Vorgaben wurden zu einem späteren Zeitpunkt geändert, so dass auch Angeln ohne diese Ausfräsungen an das US-Militär geliefert werden konnten.

    IMPERIAL stellte ab 1980 M7 mit kurvenförmigen Anschliff und massiver Angel für die US-Regierung her.

    GEN-CUT lieferte beide Varianten des Anschliffs an das US-Militär.

    Stücke mit einem sehr langsam ansteigendem Anschliff, welcher bis zur Parierstange reichen kann, sollen für den zivilen Markt und Waffenexporte hergestellt worden sein.



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